Glasmalerei in Köln

Vom 2. bis 3. März ging es für mich nach Köln für eine Exkursion im Rahmen eines Geschichtsseminars über Glasmalerei vom Mittelalter bis in die Moderne. Wir haben uns vorwiegend mit dem Kölner Dom, aber auch mit drei weiteren sakralen Bauten nahe des Doms, auseinander gesetzt.


Der Kölner Dom ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und ein bedeutendes Beispiel der gotischen Architektur. Der Dom befindet sich in der Kölner Altstadt und ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Bau des Doms begann im Jahr 1248, aber aufgrund verschiedener Schwierigkeiten dauerte die Fertigstellung fast 600 Jahre. Der Bau wurde durch Kriege, Finanzierungsprobleme und politische Unruhen immer wieder unterbrochen.

In der Zeit der Französischen Revolution wurde der Dom schwer beschädigt und als Lagerhalle genutzt. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Dom wieder aufgebaut und 1880 endlich vollendet.

Heute ist der Kölner Dom mit seinen 157 Metern Höhe und seinen beiden Türmen das zweithöchste Kirchengebäude Europas. Der Dom beherbergt viele bedeutende Kunstwerke und Reliquien, darunter das berühmte Dreikönigenschrein.

Der Kölner Dom ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt und ein wichtiges Symbol für die Stadt Köln. Er ist ein beeindruckendes Beispiel für die Architekturgeschichte und ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes Deutschlands.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des Kölner Doms sind die beeindruckenden Glasmalereien, die das Innere des Doms schmücken. Die ältesten Glasmalereien stammen aus dem 13. Jahrhundert und sind in den Chorfenstern zu sehen. Die meisten der Fenster wurden jedoch erst im 19. Jahrhundert, während der Wiederherstellung des Doms, geschaffen.

Die Glasmalereien im Kölner Dom sind eine wichtige Sammlung mittelalterlicher Kunstwerke und gehören zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa. Die Fenster erzählen Geschichten aus der Bibel und der christlichen Tradition und vermitteln damit auch eine wichtige Botschaft an die Gläubigen.

Die Glasmalereien des Doms sind nicht nur aufgrund ihrer künstlerischen Qualität und Schönheit bedeutend, sondern auch aufgrund ihrer historischen Bedeutung. Viele der Fenster wurden während der Kriege beschädigt und später restauriert, was dazu beigetragen hat, die Geschichte und die Tradition des Doms zu bewahren.

In den letzten Jahren wurden viele der Glasmalereien im Kölner Dom restauriert, um ihre Schönheit und Bedeutung für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Besucher des Doms haben heute die Möglichkeit, die reiche Geschichte und die einzigartige Schönheit der Glasmalereien hautnah zu erleben und zu bewundern.

Eines der moderneren Glasmalereien im Kölner Dom ist das Richterfenster. Es ist eines der bekanntesten Glasmalereien des Doms und wurde von dem berühmten deutschen Maler Gerhard Richter im Jahr 2007 eingebaut. Es ist das jüngste Fenster des Doms.

Das Richter-Fenster hat eine Größe von etwa 113 Quadratmetern und befindet sich im südlichen Querschiff des Doms. Es ist ein modernes Kunstwerk und unterscheidet sich deutlich von den historischen Glasmalereien des Doms. Das Fenster besteht aus 11.500 rechteckigen Glasstücken, die in verschiedenen Farbtönen gehalten sind und so ein abstraktes und dynamisches Muster bilden.

Richter selbst beschrieb das Fenster als „Kathedrale aus Licht“, da es das Sonnenlicht einfängt und in farbenfrohen Schattierungen im Inneren des Doms reflektiert. Das Richter-Fenster hat sowohl Lob als auch Kritik erhalten, da es ein mutiger Bruch mit der Tradition der historischen Glasmalereien ist.

Das Richter-Fenster ist jedoch nicht das einzige zeitgenössische Kunstwerk im Kölner Dom. In den letzten Jahren wurden weitere moderne Kunstwerke in den Dom integriert, um das kulturelle Erbe des Doms zu erweitern und zeitgenössische Kunst zu fördern. Das Richter-Fenster bleibt jedoch eines der bekanntesten Kunstwerke und ein Symbol für die moderne Kunst im historischen Kontext des Kölner Doms.

Insgesamt verfügt der Kölner Dom über eine Fläche von ca. 10.000 Quadratmetern an Glasmalereien.

Die, dem Dom angegliederte, Dombauhütte sichert die Instandhaltung und Restauration des Doms. Außerdem wurden dort aktuell vier Fenster mit Glasmalereien aus Notre-Dame restauriert. Diese Arbeiten sind bis April diesen Jahres abgeschlossen und die Fenster können wieder zurück nach Paris überführt werden. Diese Arbeiten konnten wir bei einem kleinen Besuch in der Dombauhütte bestaunen.

Es ist faszinierend mit welcher Tradition die Glasmalerei besteht und wie die Techniken aus dem Mittelalter sich nur zu kleinen Teilen verändert haben. 


Neben dem Kölner Dom haben wir uns noch drei weitere Sakralbauten mit interessanter Glasmalerei angeschaut, die Basilika St. Kunibert, St. Gereon und St. Andreas. Auch diese zeigten sich durch Ihre Glasmalereien in einem wirklich schönem Licht.


Das interessante war allerdings, zu sehen wie unterschiedlich die einzelnen Glasmalereien aus den diversen Epochen waren und wie sie dennoch in den Kirchen alle zusammen finden. Die zahlreichen Glasmalereien haben einen enorme Einfluss auf die Stimmung im Raum und jedes einzelne Werk erzählt eine Geschichte, nicht nur Bildlich sondern eben auch historisch im Bezug auf die Handwerkskunst.

Dieses Seminar war alles in allem sehr viel interessanter als ich es erwartet hätte und ich bin froh es belegt zu haben. Wer sich ein wenig für Glasmalerei interessiert, dem empfehle ich wärmstens einen Besuch im Kölner Dom. Dieser zeigt wirklich viele Facetten der glasmalerischen Geschichte.

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