Entwerfen und Konstruieren

Aufgabe: 

Unweit des Darmstädter Ostbahnhofes, zwischen einer Wohnbebauung und den Gleisen gelegen, sind Werkräume für eine Tischlerei und Schlosserei zu entwerfen. Herzstück sind die Werkhallen, wo die Dinge von Hand gefertigt werden und sich die Handschrift des Handwerkers zeigt. Gesucht sind Räume die der spezifischen Aura des jeweiligen Werkstücks entsprechen – während es in der Schlosserei eher klirrt und glänzt, duftet es in der Tischlerei nach frischem Holz und staubt. Inwieweit die Nutzungen koexistiern und sich gegenseitig beflügeln, wie sich die beiden Betriebe, Holz und Metall, auf dem Grundstück räumlich begegnen ist wesentlicher Bestandteil der Aufgabe. D.h. die Produktionsflächen der beiden Betriebe können räumlich verbunden oder getrennt sein. Einzig die Verwaltungs- und Sozialräume werden gemeinsam genutzt.

Die Werkräume sind so zu gestalten dass diese neugierig machen, einladen und Schaulustige für das Handwerk begeistern. Die Gestaltung des Aussenraums umfasst die nötigen Lager- und Verladeflächen, sowie eine teilüberdachte Ausstellungsfläche für Musterbauteile.

Erläuterung:

In unserem Entwurf wird zwischen einer leisen und einer lauten Seite unterschieden. Die laute Seite, also die Seite der Werkhalle, richtet sich zu den Bahngleisen und ist in Richtung der Wohnbebauung durch die Topografie und den Verwaltungsteil geschützt. Der Verwaltungsteil, die leise Seite, ist in Richtung der Wohnbebauung ausgerichtet. Zwischen der Wohnbebauung und dem Verwaltungsteil verläuft ein Weg, von wo aus man einen Blick in die Büros erhält. Dank der Höhenüberschneidung der beiden Geschosse ermöglicht eine Blickachse den Blickkontakt zwischen den beiden Teilen. 

Der Verwaltungstrakt wird von süden aus, über einen Weg, erschlossen. Der Eingang für Mitarbeiter befindet sich an der nörldichen Seite des Verwaltungsteils, an dem sich auch ein Parkplatz anschließt. 

Die Ost-Fassade ist in Polycarbonat-Hohlkammerplatten ausgeführt und ermöglicht somit eine gleichmäßige Belichtung und zugleich einen guten Dämmstandard. Die beiden Gewerke nutzen zwei Hallen, welche über einen Versatz miteinander verbunden sind. Jede Halle verfügt über ein großes Schiebetor nach Außen. Die Fassade ist mit dunklen Holzlatten verkleidet, welche das Gewerk des Tischlers wiederspiegeln. Das Dach ist in Stehfalzblech als Pultdach ausgeführt und stellt das Gewerk des Schlossers dar. 

Der Entwurf ermöglicht es den beiden Gewerken miteinander zu interagieren. Zudem schmiegt er sich optimal in den Zwischenraum von Wohnbauten und Gleisanlage ein und bildet eine schützende Trennung zwischen ihnen.